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Veranstaltungsreihe: Mosse-Lecture
Ringvorlesung

"Fortsetzung folgt ... Formate des Seriellen in den Künsten und Medien"

Benjamin Buchloh (Harvard University) "Zufall, Intention und Serialität in Gerhard Richters Abstraktionen"

Termine

Do., 31.05.2012 19:00 Uhr

Standort

Hauptgebäude
Gibt allein das Individuelle und Einzigartige Auskunft über künstlerische Originalität? Daneben wurde seit  „1001 Nacht“, aber mehr noch seit den erfolreichen Fortsetzungsromanen  des  19. Jahrhunderts, Charles Dickens' "Pickwick Papers"  oder Eugène Sues  „Mystères de Paris“, die zeitlich gestaffelte Darbietungsform der Serie populär. Darin wird die einzelne Erzählung zu einer Variation, eingefügt in ein narratives Muster, bei dem Anfang und Ende durchaus zufällig und ungewiss sind. Die „Ästhetik der Serie“,  wie sie Umberto Eco ins Spiel gebracht hat, umfasst dabei mehr als den Zeitgeist von industrieller und medialer Reproduktion, von statistischer Wahrscheinlichkeitsrechnung und Digitalisierung. Nicht nur die Variante, sondern die Variabilität selber, die regulierte Unregelmäßigkeit  schafft ästhetisches Vergnügen: In der Wiederholung ist die Differenz zu entdecken. Gewiss fordern und fördern die narrativen Serienformate der soap operas und telenovelas den Konsumismus, wenn die auf Dauer gestellte Serie von Fall zu Fall den misslichen  Alltag kompensiert. Die Ritualisierung der Alltagswelt im Serienformat kann jedoch mehr schaffen als nur  Affirmation. Der „rhythm of being“, von dem Gertrude Stein einmal gesprochen hat, lässt sich als fortgesetzte Vergegenwärtigung verstehen: als Lust an   Entdeckungen im Immergleichen. In den MOSSE-LECTURES des Sommersemesters 2012 soll das Prinzip des Seriellen in den Künsten und Medien neu zur Anschauung und zur Sprache gebracht werden: in den Erzeugnissen des sog. Quality TVund mit einem zweiten Blick auf bewährte und experimentelle Muster und Bauformen des Seriellen in Literatur und Kunst.

Benjamin Buchloh

Andrew W. Mellon Professor of Modern Art an der Harvard University, zahlreiche Kritiken und Bücher zur Kunst der Avantgarde und Neo-Avantgarde, zur aktuellen Kunstszene und zum Verhältnis europäischer und amerikanischer Kunstproduktion, u.a.: Marcel Broodthaers (1988), Andy Warhol (2001), Neo-Avantgarde and Culture Industry: Essays on European and American Art from 1955 to 1975 (2003). Richtungsweisend sind seine Bücher zu Gerhard Richter (2008 und 2009); angekündigt ist eine weitere Publikation zum Zusammenhang von Figuration und Abstraktion in Richters œuvre.


Weitere Informationen

Veranstalter: Institut für deutsche Literatur
Referenten: Benjamin Buchloh (Harvard University)

Zur Website der Veranstaltung

Kontakt

Dr. Elisabeth Wagner
Telefon: 2093-9777
Fax: 2093-9607
elisabeth.wagner@hu-berlin.de

Adresse

Unter den Linden 6
Raum: Senatssaal

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