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Veranstaltungsreihe: Mosse-Lecture
Ringvorlesung

"Fortsetzung folgt ... Formate des Seriellen in den Künsten und Medien"

Hagai Levi (Filmemacher, Tel Aviv) "Is Television Series the New Psychological Treatment?" Vortrag und Gespräch mit Elisabeth Bronfen (Universität Zürich)

Termine

Do., 14.06.2012 19:00 Uhr

Standort

Hauptgebäude
Gibt allein das Individuelle und Einzigartige Auskunft über künstlerische Originalität? Daneben wurde seit  „1001 Nacht“, aber mehr noch seit den erfolreichen Fortsetzungsromanen  des  19. Jahrhunderts, Charles Dickens' "Pickwick Papers"  oder Eugène Sues  „Mystères de Paris“, die zeitlich gestaffelte Darbietungsform der Serie populär. Darin wird die einzelne Erzählung zu einer Variation, eingefügt in ein narratives Muster, bei dem Anfang und Ende durchaus zufällig und ungewiss sind. Die „Ästhetik der Serie“,  wie sie Umberto Eco ins Spiel gebracht hat, umfasst dabei mehr als den Zeitgeist von industrieller und medialer Reproduktion, von statistischer Wahrscheinlichkeitsrechnung und Digitalisierung. Nicht nur die Variante, sondern die Variabilität selber, die regulierte Unregelmäßigkeit  schafft ästhetisches Vergnügen: In der Wiederholung ist die Differenz zu entdecken. Gewiss fordern und fördern die narrativen Serienformate der soap operas und telenovelas den Konsumismus, wenn die auf Dauer gestellte Serie von Fall zu Fall den misslichen  Alltag kompensiert. Die Ritualisierung der Alltagswelt im Serienformat kann jedoch mehr schaffen als nur  Affirmation. Der „rhythm of being“, von dem Gertrude Stein einmal gesprochen hat, lässt sich als fortgesetzte Vergegenwärtigung verstehen: als Lust an   Entdeckungen im Immergleichen. In den MOSSE-LECTURES des Sommersemesters 2012 soll das Prinzip des Seriellen in den Künsten und Medien neu zur Anschauung und zur Sprache gebracht werden: in den Erzeugnissen des sog. Quality TVund mit einem zweiten Blick auf bewährte und experimentelle Muster und Bauformen des Seriellen in Literatur und Kunst.

Elisabeth Bronfen

Professorin für Anglistik an der Universität Zürich, zudem seit 2007 Global Distinguished Professor an der New York University, außer den Veröffentlichungen zur anglo-amerikanischen Literatur zahlreiche Aufsätze und Studien aus den Bereichen der Kulturwissenschaft, der Psychoanalyse, zum Film und zu den Gender Studies, zuletzt erschienen u.a.: Die Diva (2002), Home in Hollywood (2004), Liebestod und Femme Fatale (2004), Tiefer als der Tag Gedacht. Eine Kulturgeschichte der Nacht (2008), Stanley Cavell (2009), Crossmapping (2009), 2012 erscheint Specters of War. Hollywood’s Engagement with Military Conflict.

Hagai Levi

Israelischer Filmemacher und Fernsehregisseur, Kritiker, Produzent von Fernsehserien wie  Love around the Corner (seit 2002), auf internationalen Filmfestivals preisgekrönte Dokumentarfilme wie Fucked Up Generation (2002) und It Kinda Scares Me (2002); die psychoanalytische Serie Be ’Tipul (Erste Staffel 2005, zweite Staffel 2008) wurde mit dem Regiepreis der Israelischen Akademie ausgezeichnet, Vorlage für die amerikanische Serie In Treatment des Pay TV-Senders HBO (drei Staffeln 2007 bis 2010), seitdem in mehreren Ländern v.a. Osteuropas und Südamerikas adaptiert, auf 3Sat lief 2010 und 2011 eine Synchronfassung der ersten und zweiten Staffel der HBO-Version.


Weitere Informationen

Veranstalter: Institut für deutsche Literatur
Referenten: Hagai Levi (Filmemacher, Tel Aviv)

Zur Website der Veranstaltung

Kontakt

Dr. Elisabeth Wagner
Telefon: 2093-9777
Fax: 2093-9607
elisabeth.wagner@hu-berlin.de

Adresse

Unter den Linden 6
Raum: Senatssaal

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