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Konferenz

XXIV. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Philosophie

Kongress zum Thema "Norm und Natur"

Termine

So., 24.09.2017 -
Mi., 27.09.2017

Standort

Unter den Linden 6/ Dorotheenstr. 24

Eintritt

€ 80/100

€ 30/40 ermäßigt
Abbildung: Sabine Klopfleisch

Das Kongressthema „Norm und Natur“ geht von einer einfachen Beobachtung aus: Es gibt in der Natur zahlreiche Vorgänge, die nicht nur faktisch stattfinden, sondern auch stattfinden sollten. So sollte das Herz eines Hundes Blut pumpen, und ein menschlicher Säugling sollte im Verlauf seiner Entwicklung eine Sprache lernen. Doch was ist für dieses Sollen – die normative Dimension – verantwortlich? Und wie verhält sich dieses Sollen zu jenem, auf das wir im moralischen Bereich verweisen, etwa wenn wir sagen, dass Menschen sich gegenseitig respektieren sollten? Es scheint, als würde es sich hier um zwei ganz unterschiedliche normative Dimensionen handeln. Doch was zeichnet jede dieser beiden Dimensionen aus? Und warum sind sie grundverschieden, wenn sie doch beide normativ sind?

Der Kongress geht diesen Fragen nach und untersucht das Verhältnis von Norm und Natur in unterschiedlichen Bereichen: in der physikalischen Welt, bei Pflanzen und Tieren, aber natürlich auch bei einzelnen Menschen, in sozialen Gruppen und Staaten. Es soll geprüft werden, was in diesen Bereichen jeweils unter einer Norm verstanden wird und wie sie in der Natur verankert wird. Lässt sich eine Norm auf etwas natürlich Gegebenes zurückführen und somit „naturalisieren“? Oder wird sie dem natürlich Gegebenen gleichsam hinzugefügt? Wenn ja, wie wird sie hinzugefügt? Welche sprachlichen, sozialen oder auch wissenschaftlichen Praktiken sind dafür erforderlich? Und wie verhalten sich diese Praktiken ihrerseits zu dem natürlich Gegebenen?

Diese Probleme stehen im Mittelpunkt des Kongresses. Sie werden aus unterschiedlicher Sicht mit unterschiedlichen methodischen Ansätzen untersucht. Dabei werden von der Philosophie der Biologie über die Metaphysik und Erkenntnistheorie bis zur Ethik und Politischen Philosophie sämtliche Disziplinen der Philosophie berücksichtigt. Und es wird sowohl ein systematischer als auch ein philosophiehistorischer Blick auf das Verhältnis von Norm und Natur geworfen. Dies bedeutet, dass einerseits verschiedene Erklärungsmodelle, die in der heutigen Diskussion vertreten werden, genau geprüft und kritisch ausgewertet werden. Andererseits werden diese Modelle auch mit früheren verglichen, und es soll deutlich gemacht werden, dass heutige Konzeptionen von Norm und Natur teilweise tief in klassischen Konzeptionen verwurzelt sind, sich teilweise aber auch klar von ihnen unterscheiden.

Verschiedene Formen von Veranstaltungen widmen sich dem Kongressthema. Die Kolloquien, die jeweils vormittags stattfinden, konzentrieren sich auf einen bestimmten Aspekt des Themas und analysieren ihn in einzelnen Beiträgen. An die Vorträge, die von geladenen Rednerinnen und Rednern gehalten werden, schließen sich immer Diskussionen an. Die Sektionen, die am frühen Nachmittag folgen, sind gemäß den historischen und systematischen Disziplinen der Philosophie geordnet. Die Vortragenden sind auf der Grundlage eines Bewerbungsverfahrens, das allen offen stand, ausgesucht worden. Auch hier werden alle Vorträge von Diskussionen begleitet. Die Foren, die am späten Nachmittag stattfinden, sind als Diskussionsrunden konzipiert. Sie greifen berufs- und gesellschaftspolitische Fragen auf und schlagen einen Bogen von der akademischen Philosophie in die breitere Öffentlichkeit. Daher sind gezielt auch Gäste eingeladen worden, die nicht in der akademischen Philosophie arbeiten. In möglichst intensiven Diskussionen, in die selbstverständlich auch das Publikum einbezogen wird, sollen aktuelle Fragen aufgegriffen und nicht nur theoretisch, sondern auch im Hinblick auf praktische Konsequenzen diskutiert werden. In den Plenarvorträgen, die den Tag jeweils abschließen, werden alle Kongressgäste wieder zusammengeführt. Prominente Rednerinnen und Redner nähern sich dem Thema „Norm und Natur“ aus ihrer fachlichen Perspektive und laden zum Gespräch ein. Flankiert werden sämtliche Veranstaltungen von Treffen verschiedener Arbeitsgruppen.

Dominik Perler
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Philosophie e. V.,
Professor am Institut für Philosophie der Humboldt-Universität zu Berlin


Weitere Informationen

Veranstalter: HU
Referenten: diverse
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Dr. h.c. Dominik Perler

Kontakt

Kerstin Helf
Telefon: 030 2093-2590
kerstin.helf@hu-berlin.de

Adresse

Unter den Linden 6/ Dorotheenstr. 24